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Material & Norm

1.4404 statt 1.4301: Warum 0.4 Prozent Molybdän alles verändern

Auf dem Datenblatt sieht es nach einer Spitzfindigkeit aus. In der Praxis ist es der Unterschied zwischen Trinkwasser-Zulassung und Anlagenstillstand. Was hinter der Werkstoffnummer steckt.

18. April 2026 6 min Lesezeit
Polierte Edelstahlplatte mit Werkstoffkennzeichnung 1.4404
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Die zwei Klassiker

1.4301 (AISI 304) ist der meistverkaufte Edelstahl der Welt — Spüle, Geländer, Apparatebau. 1.4404 (AISI 316L) ist sein chemisch widerstandsfähigerer Bruder. Optisch nicht unterscheidbar, magnetisch beide unauffällig, beim Preis nur wenige Franken pro Kilo Differenz.

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Molybdän macht den Unterschied

1.4404 enthält rund 2–2.5 % Molybdän. Dieses Element stabilisiert die Passivschicht gegen chloridhaltige Medien. Das L im AISI-316L steht zudem für 'low carbon' (max. 0.03 % C) — das verhindert Chromkarbidausscheidung beim Schweissen und damit die berüchtigte interkristalline Korrosion an der Wärmeeinflusszone.

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Wo wir 1.4404 zwingend einsetzen

Trinkwasser nach SVGW, Schwimmbadtechnik (Chlor!), Solarprimärkreise, alle Anwendungen mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Lebensmittel, Pharma. Dort ist 1.4301 schlicht zu wenig — Lochkorrosion (Pitting) wird sonst zur Frage der Zeit.

04

Wo 1.4301 reicht

Trockene Industrieanwendungen, reine Heizungskreisläufe mit aufbereitetem Wasser, Konstruktionsteile ohne Medienkontakt. Wer hier 1.4404 verbaut, zahlt drauf, ohne einen technischen Vorteil zu haben.

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Unsere Standardwahl

Alle Torgen-Wellrohre und -Geflechte sind serienmässig in 1.4404. Wir kaufen die Bandware in 2B-Oberfläche mit Werkszeugnis 3.1 nach EN 10204. Damit ist die Materialrückverfolgbarkeit bis ins Walzwerk gewährleistet — wichtig für jeden Auditor.

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